Rauhschuppen Buschviper

Diese superinteressante Buschviper ist mein absoluter Favorit unter den Atheris- Arten. Sie hat ein ungewöhnliches Schuppenkleid: Die Schuppen sind stark gekielt, am Ende verlängert und sind leicht nach oben gebogen. Dies verleiht ihr ein derart struppeliges Aussehen, wie es bei keiner der anderen Atheris- Arten vorkommt. Die kurze, runde Schnauze und die grossen Augen sind hier charakteristisch. Die schlanke am Baum und Buschwerk angepasste Schlange hat die gleiche Farbenvielfalt wie bei der A. ceratophora. Bräunlich- gelb, oliv, grün, gefleckt oder uni... Die Weibchen messen eine Länge von bis zu 70 cm, die Männchen bleiben meisst kleiner.

Vorkommen: Westliches Kenia, Südwesten Uganda, Zambie, Nordosten Kongos und Nordwesten Tansania. Dort leben sie in dichten Regenwäldern, in Schilfrohr- und Papyrusbeständen.

Haltung/ Pflege: Atheris hispida braucht ein grosses Regenwaldterrarium, stets gut belüftet! Die Schlangen ein- bis zweimal in der Woche mit temperiertem Wasser bestrühen. Sie nehmen das Wasser von ihrem Schuppenkleid auf. Trotzdem sollte immer ein Trinkbehälter mit frischem Wasser zur Verfügung gestellt werden. Beleuchtung: 12 Stunden mit 7 watt full UV spectrum sunlight.

Temperatur: Am Tage sollten die Temperaturen zwischen 25° und 27°C liegen, in der Nacht auf 20° bis zu 18°C abfallen. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht zu hoch sein, das Terrarium sollte über Tag abtrocknen können. Im Sommer können die Nachttemperaturen ohne Probleme für die Tiere bei 20-22° liegen und am Tage kurzzeitig von 27 bis 30°C. Ständig hohe Temperaturen werden aber nicht gut vertragen.

Futter: Oft wird beschrieben, dass sie mit Mäusen gefüttert werden und diese auch in der Natur zu sich nehmen. Atheris hispida hat eine sehr merkwürdige Art, die Beute zügig “reinzusaugen” oder “abzuschlucken”. Das ist eine sehr merkwürdige Fressweise kleine Säugetiere zu fressen. Es wird daher davon augegangen, dass eher Würmer, Schnecken, kleine Baumfrösche und uns bekannte Tauwürmer auf ihrem Speiseplan stehen. Durch das Füttern von Mäusen ist bekannt, dass diese Schlangen kein Fell verdauen können, sich schlecht häuten und etwas ausgetrocknet aussehen. Dieses wurde versucht auszugleichen indem man nackte Mäuse verfütterte und die Luffeuchtigkeit stark erhöhte. Dann starben die Tiere an Atemwegsinfektionen. Die Tiere können aber an nackten Babiemäusen alle 7- 14 Tagen gewöhnt werden. Aber bitte ohne die LF zu erhöhen! Auch gibt es A. hispida, die Tauwürmer fressen.

Anmerkung: Atheris hispida sind wahrscheinlich noch nicht nachgezüchtet worden. Vielleicht hatte mal jemand Glück und ein trächtiges Weibchen kaufen können. Es ist wirklich sehr erforderlich, importierte Atheris hispida dem Tierarzt vorzustellen. Sind oft voll von inneren und äusseren Parasiten, wie Trichomonaden, Flagellaten, Zungenwürmer, besonders Saugwürmer und Zecken. Der Transportstress ist oft so sehr belastend für die Tiere, dass selbst gesunde Tiere, die in der Natur mit Parasitenbefall fertig werden, derart durch Transportstress immungeschwächt werden, dass Parasiten einen krankhaften Verlauf nehmen können. Kranke Tiere erholen sich nur sehr selten von selbst und sterben sicherlich, wenn sie nicht behandelt werden!

Gift: ( solenoglyph; hämorrhaisch/ neurotoxisch ) Ergänzung zur Giftigkeit: Im Prinzip besitzt die A. hispida ein ähnlich starkes Gift wie Atheris squamiger. Im Laufe der Evolution entwickelten sich die Giftdrüsen wegen des veränderten Beutespectrums derart zurück, dass nach einem Vollbiss höchstens eine kleine Schwellung und ein Jucken auftritt. Diese Symptome sind nach einigen Stunden bis längstens 24Std. verschwunden. Daher ist die Giftwirkung schwach einzustufen.

Nachwort: Sehr wichtig ist, wenn man sich diese Art zulegen möchte, dass sie am besten sofort nach dem Import medizinisch versorgt werden. Sie sind oft mit verschiedenen Parasitenarten befallen, besonders Innenparasiten. Meine hatten Rundwürmer im Darm, Amöben, und Rachenwürmer. Wenn sie derart befallen sind ist schnellste Hilfe erforderlich. Am besten werden sie sofort nach Ankunft in Deutschland gegen Amöben, Rachenwürmer und Rundwürmer behandelt. Leider kam bei meinen Tieren noch eine saftige Lungenentzündung hinzu und verstarben am 08.03. und 10.03.05. Ich hatte sie am 06.02.05 gekauft und am 07.02. und 21.02. dem Tierarzt vorgestellt. Nachwort zum Import: Man muss wissen, dass in Afrika viele verschiedene “Schlangensammler” mit kleinen Stoffsäckchen umherziehen und Schlangen für den Export sammeln. Oft sind einige seltene Arten wie auch A. hispida sehr schwer zu entdecken. Endsprechend dauert es sehr lange eine “lohnende” Menge zusammen zu bekommen. Oft verweilen die kleinen Schlangen mehrere Wochen in den kleinen Stoffsäcken ohne Wasser und Nahrung. Wenn die Schlangen Glück haben, kommen sie nach 4 Wochen aus den Säcken heraus und es werden ihnen Trinkschalen hingestellt, ob sie daraus nun trinken oder nicht. Oft mehr als zwei Monate werden diese Tiere unter derartig katastrophalen Umständen gehalten, dass sie schwerste Schäden durch Dehydrieren erleiden, die nicht mehr zu regulieren sind. Stress durch die unsachgemässe Haltung führt zur massenartigen Parasitenexplosion! Da kann man einen”Handstand an der Wand” machen, sie sind nur schwer zu retten. Atheris hispida ist die kleinste Atheris- Art. Je kleiner eine Schlange ist, je schneller neigen sie zum Austocknen. Die dadurch entstandenen Schäden sind nicht mehr zu regulieren!

Diese Tiere stammen aus Uganda.

 

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