Die Boa constrictor gehört zu den beliebtesten Boas überhaupt. Die vielfältigen Farben und ihre friedfertige Art trotz imposanter Grösse machen sie zu einem beliebten Pflegling. Hinsichtlich der Grösse wird oft masslos übertrieben, was mich immer davon abgehalten hat diese Art zu pflegen. Steht in eines meiner ersten Bücher etwas von 5 Metern, ja sogar 6 Metern Länge. Die Wahrheit ist: Ein 3,50m Tier ist schon eine Ausnahme. Obwohl Boa constrictor die grösste ihrer Art ist, wird sie kaum die 2,50m Marke erreichen. Die meissten Tiere bleiben deutlich kleiner. In den 60er und 70er Jahren wurde Boa c. in grosser Stückzahl importiert. Genaue Zahlen sind hier übrigens nicht mehr zu bekommen, da das Bundesamt für Naturschutz damals noch keine EDV gestützte Statistik hatte. Da diese Schlange ein enormes Verbreitungsgebiet aufweisst, gibt es sehr viele Unterarten. Das wurde zu früheren Zeiten nicht beachtet oder erkannt. So wurden Boas aus verschiedenen Gebieten untereinander verpaart. Das Resultat: Es wurden unzählige Mischboas gezüchtet. Für die Liebhaber reinrassiger Boas ist es heute sehr schwer auch wirklich reinrassige Tiere zu erwerben. Generell bin ich ein Liebhaber von Schlangen, solche zu erwerben und zu pflegen so wie sie in der Natur vorkommen. Leider werden Boas und auch andere Tiere ( speziell in den USA ) ganz gezielt gekreuzt und gemixt was das Zeug hält, um besonders schöne Farbschläge zu erzielen. Es ist viel besser die Tiere in ihrer Art so zu erhalten, so wie sie sind. Denn wenn diese Tiere in der Natur mal ausgestorben sind, gibt es nur noch Mixe und Farbmutanten.
Verbreitung: Venezuela, Surinam, Kolumbien, Guayana, Peru, Bolivien, Brasilien, Trinidad und Tabago. Die hier abgebildeten Boas sind nachweislich Rotschwanzboas aus Surinam, Pokigron südlich des Brokopondo Staudammes. Dort werden die schönsten Rotschwanzboas gefunden. Es handelt sich um ein sehr kleines Verbreitungsgebiet, die Tiere unterscheiden sich zu den klassischen “Surinams” in ihrer Grundfärbung. Die Pokigrons weisen eine stärkere orange Farbe auf.
Haltung/ Pflege: Sie brauchen ein geräumiges Terrarium mit vielen Kletter- und Versteckmöglichkeiten. Einige zusätzliche Liegeflächen werden gerne genutzt. Pflanzen machen bei diesen massigen Tieren wenig Sinn, sie würden gnadenlos plattgewalzt. Kunstpflanzen können dem Gewicht schadlos standhalten, darum müssen alle Gegenstände stabil sein und gründlich befestigt werden. Als Bodengrund eignen sich Reptibark, Kleintiereinstreu ( staubarm! ) oder Zeitungspapier. Beleuchtungsdauer: 12 Stunden, ich verwende eine 8 Watt UV full spectrum sunlight Leuchtstoffröhre.
Luftfeuchtigkeit: Staunässe, Stickluft ist in jedem Fall zu vermeiden, auch ständig unter 60% LFW. führen zu Atemwegserkrankungen. Das Terrarium einmal in der Woche gut einsprühen. Zum Abend sollte das Becken wieder abgetrocknet sein. Eine sehr grosse Wasserschale erhöht den Luftfeuchtigkeitswert.
Temperatur: Lokal bis 35°C, sonst 26-29°C mit einer Nachtabsenkung auf 26°C. Diese Temperaturen werden mit einem thermostatgesteuertem Elsteinstrahler erreicht. Bodenheizungen sollten nur unterstützend eingesetzt werden, dazu sollten die Heizmatten mit einem Thermostaten geregelt werden. Sie werden sehr heiss, darum ist der Thermostatfühler direkt auf die Matte zu installieren, damit sich die Tiere keine Verbrennungen zuziehen können oder dehydrieren. Das Thermostat der Heizmatte hält die Temperatur bei konstant 24°C.
Futter: Rotschwanzboas wachsen in den ersten beiden Jahren nicht sehr schnell, da man sie zurückhaltend füttern muss. Dies deshalb, weil sie als Jungtiere dazu neigen, zu grosse Futtertiere wieder auszuwürgen. Daher müssen die kleinen Boas sehr vorsichtig und mit recht kleinen Futtertieren aufgezogen werden. Haben sie diese Phase überwunden, können Mäuse, Ratten, Rennmäuse oder Küken der Grösse angepasst gereicht werden. Im ersten Lebensjahr alle 7- 10 Tage, später alle 2- 3 Wochen.
Terrariumgrösse: Schlangenlänge mit den Faktoren 0,75 m x 0,5 m x 0,75 m = Länge x Breite x Höhe des Terrariums. Diese Masse gelten für zwei Tiere.
Lebenserwartung/ Geschlechtsreife: Boas werden über 20 Jahre alt. Rekordalter liegt bei über 40 Jahren. Sie erreichen die Geschlechtsreife mit 3- 4 Jahren. Weil diese Art ( im Gegensatz zu den Mischboas und Imperatoren ) stressempfindlicher ist und in den ersten Jahren sehr vorsichtig gefüttert werden muss, ist diese reinrassige Boa constrictor nicht für “Einsteiger” in der Terraristik geeignet.
Rotschwanzboa Surinam/ Pokigron



Meine Boas stammen aus Surinam/ Pokigron

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