Deutsche Kreuzotter
Die Kreuzotter gehört zu den echten Vipern und es gibt 3 Unterarten. Sie ist eine kleine, relativ schlanke Giftschlange. Kreuzottern erreichen eine Länge von etwa 60 bis 70 cm. Die Weibchen sind grösser und kräftiger gebaut als die Männchen. Charakteristisch sind die wunderschön glutroten Augen. Die körperliche Grundfarbe ist bei diesen Tieren äusserst variabel: Sie reicht von beige über gelb, alle Brauntöne, grau, rötlich, schwarz/ weiss oder lackschwarz. Auf dem Rücken befindet sich ein Zickzackband welches sich deutlich von der Grundfarbe abhebt. Manchmal kann dieses auch völlig fehlen. Interessant ist bei dieser Kreuzotter der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus; Man kann die Geschlechter anhand der Färbung der Tiere auseinanderhalten. So sind die Männchen meisst dunkler als die weiblichen Vertreter.
Verbreitung: Von allen Schlangen hat die Kreuzotter das grösste Verbreitungsgebiet; Beginnend von Grossbritannien über das europäische Festland nach Asien bis zur Insel Sachalin und nördlich des Polarkreises. Dabei besiedelt sie eine Vielzahl verschiedener Biotope: Trockene und feuchte Kiefernwälder, Feuchtwiesen, Waldschonungen, Weiden und Moore aller Art, Bahndämme, Steinbrüche, Sand- und Kiesgruben, Geröllhalden und Küstendünen. Unterschlupf hat sie unter niedrigem Gebüsch, Wurzelstöcken, unter Steinen und besonders in Löchern von Kleinsäugern.
Haltung/ Pflege: Die Kreuzotter gilt als heikler Pflegling, der in der Gefangenschaft zuweilen die Nahrung verweigert und nicht gut im Terrarium gedeiht. Das trifft vor allem auf Wildfänge zu. Daher sollte auf Wildfänge verzichtet werden. Nachzuchten sind einfacher zu pflegen. Am besten pflegt man diese Tiere in einem grossen Freilandterrarium. Ein stets gut belüftetes Terrarium und sicher vor Entweichen der Pfleglinge zu sichern und das Eindringen von z.B. Katzen, Marder ebenfalls zu schützen. Allerdings ist eine Genehmigung einer Freianlage bei Giftschlangen erforderlich. Darum sollte die Haltung dieser Tiere in der Wohnung, Keller o.ä. erfolgen, weil kaum jemand eine Genehmigung im Freien erteilt.
Terrariumeinrichtung: Der Bodengrund sollte aus feinem Sand gemischt mit viel Torf und sehr humusreicher Walderde bestehen. Moosplatten und Rindenstücke können darauf verteilt werden. Trockene Sonnenplätze sind notwendig ( Baumstümpfe, Steine ). Ein grösseres Trinkgefäss darf nicht fehlen. Efeuranken und andere Pflanzen die hohe Luftfeuchtigkeit vertragen können gepflanzt werden. Kletteräste dürfen nicht fehlen, da die Kreuzotter sehr gern klettert. Wichtig ist eine sehr grosszügige Belüftung, da Stickluft schlecht vertragen wird. Jungtiere werden morgens und abends direkt mit temperierten Wasser besprüht, Adulttiere einmal wöchentlich.
Beleuchtung: 12 Stunden mit einer 40 Watt UV full spectrum daylight für den Sonnenplatz und eine 8 Watt full spectrum UV sunlight Leuchtstoffröhre. Luftfeuchtigkeit: Ständig hohe Luftfeuchtigkeit ist zu vermeiden, Werte von 60% sind daher ausreichend.
Temperatur: Mit einem Spot wird das Terrarium am Tage bei lokal auf 32°C aufgeheizt, Temperaturgefälle auf 24°C sind wichtig. Nachts kann die Temperatur gern auf 18°C fallen. Zum Herbst hin dürfen die Nachttemperaturen noch weiter fallen. Das ist für das Wohlbefinden sehr wichtig. Ist das im Schlangenraum ( denn da gehören Schlangen hin! ) nicht zu realisieren, muss auf die Haltung dieser Tiere verzichtet werden, da sie sonst dahinsiechen, im Terrarium umherstreifen, oder lethargisch in der Ecke liegen und das Futter verweigern. Die Lebenserwartung nicht adequat gehaltener Kreuzottern verkürzt sich erheblich! Es sind zwar sehr anpassungsfähige, zähe Burschen, aber andauernd zu hohe Temperaturen, kaum Nachtabsenkung haut die stärkste Kreuzotter irgendwann um.
Futter: Mäuse, in der Natur auch Frösche.
Winterruhe/ Hibernation: Winterruhe beträgt etwa 4 Monate. Von November bis März werden die Tiere in Faunaboxen mit getrocknetem Laub, Steinen und Moos gehalten. Ich verwende am liebsten Spaghnum- Moos. Sie dürfen feucht, aber nicht nass überwintern bei 3°C.
Geschlechtsreife/ Lebenserwartung: Sie erreichen ihre Geschlechtsreife mit 3 Jahren und können bis zu 20 Jahr alt werden.
Gift: solenoglyph ( hämorrhaisch/ neurotoxisch ).
Anmerkung zur Giftwirkung: Aufgrund der zum Teil heftigen Vergiftungssymptomen durch Bisse von deutschen Kreuzottern, in einigen Fällen wochenlange Krankenhausaufentalte und die sogar des öfteren Todesfälle verursacht haben, kann es sich mit Sicherheit nicht “nur” um schwach einzustufendes Gift handeln. Und schon gar nicht wenn ein erwachsener Mann in den Zeh gebissen wird, nach kurzer Zeit bewustlos zusammenbricht und sich schwerste Hämatome bis zum Brustkorb ausbreiten. Wenn es für eine Schlangenart ein monovalentes Serum gibt, darüber sollte man nachdenken!

Meine Kreuzottern stammen aus Deutschland.


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